Day 1

Was du vor dem ersten Ausbildungstag beachten solltest

Du hast deinen Ausbildungsplatz sicher? Dann erstmal herzlichen Glückwunsch. Tipps was du nun zu erledigen hast, liest du in den folgenden Zeilen.

Falls du noch keinen weiteren Weg für deine Zukunft gefunden hast, wirst du vielleicht bei der „mach was!“-Messe in Chemnitz fündig ;)

Dir steht die Bewerbungsphase bevor? Dann schau auf unserer Übersichtsseite vorbei. Da sind einige nützliche Tipps und Tricks.

 

Konto anlegen

Du gehst natürlich nicht nur auf Arbeit, um jemand Anderem einen Gefallen zu machen, sondern du möchtest dabei auch etwas verdienen. Damit das Geld überwiesen werden kann, benötigst du ein Girokonto. Auch wenn du eine schulische Ausbildung beginnst und dabei eine finanzielle Förderung beantragst.
Viele Banken bieten Vorteile, wie eine kostenlose Kontoführungsgebühr, für Auszubildende oder junge Leute bis zu einem bestimmten Alter. Mach am besten einen Vergleich zu verschiedenen Banken. Schließe in deine Recherche auch Direktbanken ein, hier sind die Kontoführungsgebühren oft sowieso frei.

 

Versicherungen

Krankenkasse:
Mit eigenem Einkommen, bist du verpflichtet eine gesetzliche Krankenversicherung abzuschließen.
Die Krankenkasse kannst du dir selbst aussuchen. Vergleiche auch hier die für dich passenden Konditionen. Hast du nach 14 Tagen Betriebszugehörigkeit keine Entscheidung getroffen, meldet dich dein Arbeitgeber bei einer Versicherung seiner Wahl an.

Haftpflichtversicherung:
Eine private Haftpflichtversicherung ist zu empfehlen, da es durch verschiedene Umstände passieren kann, dass du fremdes Eigentum beschädigst. Der angefallene Schaden wird von der Versicherung übernommen. Das klassische Beispiel: Du leihst dir von deinem Kollegen ein Handy, es fällt dir aus der Hand und ist defekt. Die Reparaturkosten dafür würde dann die Versicherung übernehmen.

Kfz-Versicherung:
Oft ist dein Ausbildungsbetrieb oder die Schule nicht gleich um die Ecke, dann bietet sich ein Auto an. Für Berufseinsteiger ist es auch meistens das erste Auto. Dazu ist eine Kfz-Versicherung Pflicht, spätestens bei der Anmeldung deines Wagens benötigst du sie.

Hausratversicherung:
Du ziehst von zu Hause aus und hast deine eigenen vier Wände? Dabei ist niemand vor Gefahren, wie Einbrüchen oder Feuer, geschützt. Die Hausratsversicherung zahlt dir den verursachten Schaden.
Falls deine Eltern eine solche Versicherung hatten, warst du nur mitversichert, mit deiner eigenen Wohnung bist du alleiniger Versicherter.

Berufsunfähigkeitsversicherung:
Umso jünger, desto besser! So ist es auch bei dieser Versicherung. Sobald du deinen Beruf durch einen Unfall oder einer Erkrankung nicht mehr ausüben kannst, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt dir im Ernstfall eine monatliche Rente. Der Beitrag ist geringer umso jünger du bist, je weniger Berufsrisiko du hast und umso besser dein Gesundheitszustand ist. Wenn du dich also fit hältst, in einem Büro arbeitest und gerade deine Ausbildung beginnst, bezahlst du also am wenigsten Beiträge.
Falls du durch eine Beeinträchtigung sehr hohe Beiträge zahlen musst oder nicht versichert wirst, prüfe auch eine private Unfallversicherung. Diese greift sobald du durch einen Unfall in deiner Freizeit deinen Job nur noch zum Teil oder gar nicht mehr ausführen kannst. Für den Fall eines Unfalles in der Arbeitszeit, schließt dein Arbeitgeber darüber hinaus eine Unfallversicherung ab.

Das sind erstmal die Wichtigsten. Nach der Ausbildung, wenn dein Gehalt höher ist, kannst du weitere Zusatzversicherungen abschließen. 

 

Ausbildungsförderungen

Dein Gehalt reicht nicht für die Deckung der ganzen Ausgaben und du musst jeden Euro zweimal umdrehen? Was es dabei für Möglichkeiten gibt, erkläre ich dir in den folgenden Zeilen.

 
BAföG haben bestimmt viele schon gehört, das ist die attraktive Kurzform von „BerufsAusbildungsförderungsGesetz“. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist es nicht die finanzielle Förderung für die Berufsausbildung, sondern für Schüler und Studenten. Ob und in wieweit du förderfähig bist, hängt u.a. von dem Gehalt deiner Eltern ab, ob du noch bei deinen Eltern lebst und wie viel Einkommen und Vermögen du selbst hast. Informiere dich dabei am besten beim Amt für Ausbildungsförderung oder dem Studentenwerk.

Wenn du vor hast deinen Meister oder andere höhere Abschlüsse zu absolvieren, gibt es die Möglichkeit für ein Aufstiegs-BAföG. Dafür benötigst du eine abgeschlossene Berufsausbildung oder weist eine langjährige Berufspraxis in dieser fachlichen Richtung vor. Außerdem solltest du deutscher Staatsbürger sein. Für Staatsbürger anderer Länder gelten andere Voraussetzungen, die sich überwiegend auf den Aufenthaltsstatus beziehen.
Hier ist die anzusprechende Anlaufstelle je nach Bundesland verschieden. In Sachsen ist es die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB).

Für Auszubildende in einer dualen Ausbildung, gibt es die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe, kurz: BAB. Hierfür benötigst du einen gültigen Ausbildungsvertrag. Außerdem bist du förderberechtigt, wenn du (berufsbedingt) eine eigene Wohnung hast, auch in einer Lebenspartnerschaft oder mit einem Kind.
Für eine persönliche Beratung ist die Agentur für Arbeit dein Ansprechpartner.

Für weitere Tipps, wie du Geldsparen kannst haben wir HIER eine weitere Leseempfehlung.

 

Steuererklärung

Du fragst dich, ob du als Auszubildender eine Steuererklärung machen musst oder es sich lohnt?

Eine Steuererklärung ist, wenn man keine Nebeneinkünfte hat, freiwillig. Trotzdem kann es sich in bestimmten Fällen lohnen. Diese Fälle wären:

• dein Gehalt liegt über dem aktuellen Grundfreibetrag, unter diesem Betrag zahlst du ohnehin keine Lohnsteuer. Dieser Grundfreibetrag ändert sich von Jahr zu Jahr. Informiere dich dazu kurz im Internet.

• deine Werbungskosten sind höher als 1.000€ pro Jahr. Werbungskosten sind alle Kosten, die für deinen Job anfallen und du selbst tragen musst, zum Beispiel Fahrkosten oder spezielle Arbeitskleidung (Einen Anzug könntest du auch privat nutzen, deshalb ist dieser nicht steuerlich absetzbar.)

Lass dir dabei am Anfang von jemanden Helfen der Erfahrung damit hat. Eine Steuererklärung kann eine ziemlich nervige Sache sein, aber eine Software kann vieles vereinfachen.

 

Vor dem ersten Arbeitstag

Bald ist es soweit und du stehst vor deinem ersten Arbeitstag. Damit dieser nicht zum Debakel wird und du einen guten Eindruck machst, gibt es ein paar simple Tipps.

• Probiere deinen Arbeitsweg aus! Erkundige dich wie du auf Arbeit kommst und ob eventuell Straßensperrungen oder andere Hindernisse vorliegen.

• Falls du auf Bus und Bahn angewiesen bist, erkundige dich auch hier wann und ob diese fahren. Es kann auch immer passieren, dass durch Bauarbeiten oder Störrungen die Öffis Verspätung haben.

• Falls es doch irgendwie Probleme gibt, melde dich sofort bei deinem Arbeitgeber und erkläre die Lage.

• Präge dir die wichtigsten Namen ein.

• Du hast bereits Unterlagen zu deinem Unternehmen erhalten? Dann ließ sie dir noch einmal durch.

• Damit du auch fit und munter zur Arbeit gehen kannst, versuche einige Tage vor dem ersten Arbeitstag zeitig ins Bett zu gehen und viel zu schlafen. In der Nacht vor dem großen Tag, kann man schon mal nervös sein und kein Auge zubekommen, so hast du etwas vorgesorgt.

• Stell dir den Wecker nicht zu knapp! So hast du ausreichend Zeit für ein Frühstück. Eventuell fällt dir auch noch etwas ein, was du vergessen hast. Und du kannst ohne Hektik in den Tag starten.

• Am ersten Tag bekommst du sicherlich viel erklärt und gezeigt. Nimm dir ein Notizbuch und ein Stift mit und schreib dir so viel wie möglich mit. Falls du die Informationen nicht mehr brauchst, kannst du sie auch später wegstreichen.

• Bleibe deinen Kollegen gegenüber freundlich und stell dich vor. Wenn du dir unsicher bist Sieze die Kollegen, bis sie dir das „Du“ anbieten.

• Stelle Fragen! Auch wenn du etwas nicht verstanden hast, ist es keine Schande noch einmal nachzufragen.

• Ergreife Eigeninitiative und frage nach Arbeit oder biete Hilfe an.

• Mach dir nicht unnötig Stress oder setze dich unter Druck. Am ersten Arbeitstag geht es eher darum das Unternehmen und die Kollegen kennenzulernen.

• Und ganz wichtig, trage saubere und ordentliche Kleidung. Wenn es keine vorgeschriebene Kleiderordnung gibt. Komme lieber etwas overdressed als underdressed. Vielleicht kannst du bei deinem Vorstellungsgespräch fragen, ob es eine Kleiderordnung gibt.

Ich hoffe ich konnte dir etwas Übersicht über die To-dos geben und wünsche die alles Gute in deinem neuen Job.

Text: Dave Woelki

Zurück